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NORDERSTEDT ZEITUNG Donnerstag, 3. November 2005

Dobros Bilder zeigen die Neugier aufs Leben

Gleich zu Beginn der Ausstellung im Norderstedter Stadtmuseum begrüßt der Maler Dolgosea Bronislav (54) die Besucher mit einem Selbstporträt und einem Traumbild, In das er ebenfalls sein Gesicht eingewoben hat

Heike Linde-Lembke Norderstedt

 

 

   Dolgosea Bronislav (54) hat seine Landschaft verlassen. Ob­wohl sie ihm Motive für unzähli­ge Bilder gab. Doch er sah in Moldawien keine Zukunft mehr. Im August 2002 immigrierte er mit seiner Familie nach Deutsch­land und zog nach Bad Segeberg. Seitdem Dolgosea Bronislav, kurz Dobro, in der Kurstadt lebt, gesellen sich zu seinen moldawischen Landschaften norddeut­sche Impressionen. Der Künstler zeigt sie auf Einladung des Ver­eins „Chaverim – Freundschaft mit Israel" unter dem Titel „Ein Maler zwischen Moldawien und Schleswig-Holstein - Landschaf­ten zwischen zwei Lebensfor­men" im Stadtmuseum Norder­stedt.

   „Wenn ich durch Segeberg ge­he, bringe ich jede Menge Motive mit nach Hause", sagt Dobro lächelnd. Der Künstler, der in Mol­dawien an einer Kunsthoch­schule unterrichtete, malt die Landschaften und Stadtansich­ten nicht nur, er webt seine Ge­fühle ein, setzt Tages- und Jah­reszeit-Stimmungen um. Einige Motive erscheinen surreal, an­dere romantisch, wieder andere von herber Schönheit.

   Dobros Bilder zeigen seine Neugier auf sein Lebensumfeld. So malte er Segebergs Straßen-Musikanten, den Alten mit dem Akkordeon, den Eleganten mit dem Leierkasten. Von innerer Ruhe sind seine religiösen Bilder geprägt. Wenn Dobro die jüdi­sche Lichtgestalt Esther malt, hat sie madonnenhafte Züge. Sein Moses ist ein gütiger alter Mann, dem Auszug der Israeliten aus Ägyptens Sklaverei liegt ein tiefer religiöser Ausdruck zu­grunde. „Erst seit wir hier in Deutschland leben, können wir unseren jüdischen Glauben aus­üben", sagt Dobro.

Seine Traumbilder sind be­stimmt von Chiffren und Symbo­len. Er selbst begrüßt die Aus­stellungsbesucher im Selbstpor­trät mit leicht verschmitztem Blick, in sich ruhend, trotz aller schwierigen Zeiten, die er mit seiner Familie durch die Immi­gration durchlebt.

 

Meine Adresse: E-mail: dobro51@list.ru, Nummer des Telefones: +49 4551 901529